[…]

Es sind Gedanken, die mich tragen,
Gedanken, schmerzhaft durch die Fragen
die mir auf der Seele brennen,
da ich dich seh, doch nicht allein:
uns beide mein ich, zu erkennen.
Als könnten wir zusammen sein.

Und immer wieder stell ich Dir
dieselben Fragen. Und in mir,
da hoff ich still, dass irgendwann
wenn ich Dir gegenübersteh
ich dir die Fragen stellen kann
und Deine Antworten versteh‘.

Es sind Gedanken, die mich tragen,
Gedanken an Dich, die mich jagen.
Ich vermag nicht, still zu steh‘n
doch sehn ich mich danach, zu rasten!
Denn ich hab Angst, unter zu geh’n
im Strudel der Gedankenlasten.

Oktober 2011 | Kathrin Graneis

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8 Gedanken zu “[…]

  1. Danke für Deine Kritik. Es ist schade, dass das Gedicht bei Dir einen solchen „unbefriedigenden“ Eindruck hinterlässt. Ich versuche allerdings, meine Gedichte immer möglichst frei zu halten, also gerade die Situation nicht so deutlich zu definieren. Würde ich so deutlich werden, könnte man vermutlich auch ohne persönlichen Bezug dazu verstehen, um was es geht, und mitfühlen.
    Mir ist der persönliche Bezug allerdings wichtig. Das liegt daran, dass ich selbst solche Gedichte mag, die mich persönlich irgendwie ansprechen und berühren. Das heißt leider für meine Gedichte, dass man wahrscheinlich nur einen emotionalen Zugang zu ihnen hat, wenn man das Gedicht auf eine bekannte Situation anwenden kann. Und in einer solchen Situation sind die Fragen und Gedanken, die man hegt, ja sehr unterschiedlich. Dass sich die Gedanken um jemanden und eine ungeklärte Situation handeln, wird jedoch meiner Meinung nach deutlich.

  2. Du besitzt einen anderen Zugang zu dem Gedicht als ich, gewissermaßen einen privilegierten Zugang. Du hast den Schlüssel, ich nur eine Ahnung, leider. Oder weiß letztlich vielleicht nur das Gedicht selbst, was es bedeutet? Man liest es Jahre später wieder – besagter Schlüssel ist längst verloren gegangen, die Gedanken weitergewandert – und versteht es selbst nicht mehr.

    Andererseits wäre es wohl unangemessen gewesen, jeden Gedanken einzeln aufzudröseln. So gesehen kann ich deine Herangehensweise verstehen.

    1. Da haben wir wohl unterschiedliche Erfahrungen mit Gedichten gemacht. Gedichte transportieren ja auch Gefühle und Erinnerungen. Bisher lag für mich der Schlüssel zu diesen Emotionen, wenn man ihn Jahre später verloren zu haben scheint, in eben diesen Gedichten.
      Aber darüber, denke, lässt sich wohl kaum diskutieren.
      Wenn Du fragst, ob nur das Gedicht weiß, was es bedeutet, fällt mir eine Antwort darauf schwer. Es soll für jeden etwas eigenes bedeuten, und wenn Du die Bedeutung für Dich nicht findest, bringt es nichts, danach zu forschen. In gewisser Weise, so sehe ich das, ist jeder selbst bedeutungsstifend für die Gedichte, die er liest.

  3. Hallo Katrin, warum hast Du den Titel Deines Gedichtes gelöscht? Mir kamen heute diese Zeilen dazu in den Sinn:

    „Gedanken tragen mich hinfort,
    von diesen irdischen Gestaden,
    auf meiner Fragen Schwingen
    hin in kühnem Flug.

    Ach, nicht mehr fragen,
    nicht mehr ringen,
    Ruhe finden, Stille
    tief im Innen.“

    Liebe Grüße, Christian.

  4. von Christian kam der Tip! Und ich muß sagen, fast bin ich nun sprachlos. Habe bisher nur dieses für mich erste Gedicht gelesen und frage mich, ob wir verwandt sein könnten *lächel*.
    Bei mir hat dieses Gedicht keinen unbefriedigenden Eindruck hinterlassen. Bei mir kommt es glasklar und ausgesprochen kraftvoll an. Ich verstehe jede Zeile und eine weitere Erklärung brauche ich nicht.
    Dies Gedicht spricht mir aus der Seele und in meine Seele hinein.

    Einen lieben beeindrucktren Gruß von Bruni

  5. der Fantasie sind soviel freien Raum gegeben, ein Kind es will, inzwischen groß, jetzt gehn, ein Partner, der einem noch nicht alleine gehört …. das würde ich eher annehmen und so habe Ich’s auch verstanden.

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